Mi
Jan
28
2009
X11 am iBook G3/600
Wiebkes iBook ist aus dem Jahr 2001 (oder doch 2002?) und verfügt über einen G3 Prozessor mit 600 MHz. Dazu kommen noch 256 MB RAM und eine Festplatte mit nicht einmal 20 GB. Klingt für heutige Verhältnisse nahezu antiquarisch und fühlt sich im täglichen Betrieb inzwischen auch manchmal so an.
Aus diesem Grund haben wir versucht, mit alternativen Systemen abseits von Mac OS X 10.3 und 10.4 etwas mehr Geschwindigkeit aus dem hübschen Laptop herauszukitzeln. Bislang leider ohne Erfolg.
Nachdem es bei OpenBSD und Fedora Probleme mit dem X-Server gab, habe ich endlich die richtigen Einstellungen für xorg.conf gefunden.
Das Problem bestand darin, dass OpenBSD 4.4 nicht einmal ein X -configure durchführen wollte und Fedora 10 keine xorg.conf erzeugte, aber wenigstens eine Anzeige – sogar bei der Installation – brachte. Das Display war lediglich auf 800×600 eingestellt und merkwürdigerweise gab es am unteren Bildschirmrand einen merkwürdigen Graphikfehler über die gesamte Screenbreite. Weiterhin war am unteren Rand wieder der obere Teil des Bildschirminhalts zu sehen. Mit meiner xorg.conf, die ich dank Google zusammenbasteln konnte, läuft der X-Server jetzt wunderbar.
Allerdings ist die Geschwindigkeit noch immer nicht berauschend. Seit über einer Stunde installiere ich die Packages für XFCE anstelle von Gnome, aber viel Hoffnung habe ich nicht. Vermutlich ist die Festplatte einfach altersschwach und der RAM zu klein. Wer weiß, vielleicht bekommt mein Thinkpad doch noch eine Chance?
Zum Download:
xorg.conf für iBook G3/600 MHz
Do
Nov
13
2008
OpenBSD Community
Theo de Raadt ist in der Open-Source-Szene sicherlich eine der umstritteneren Personen. Warum? Weil er kein einfacher und umgänglicher Kumpel-Typ ist, sondern teilweise sehr eigenwillige Ansichten hat (könnte man sagen, er wäre eine Art Steve Jobs der OSS-Bewegung?).
Ich bin jetzt schon eine Weile passiv auf der misc@ Mailingliste von OpenBSD und bin über die Äußerungen in einem aktuellen Thread namens Missing security announcements tatsächlich etwas erstaunt.
Auslöser war eine Mail, in der gefragt wird, weshalb über die Mailingliste security-announce keine aktuellen Meldungen kommen, aber auf der Webseite doch Errata auftauchen.
Theo gibt ein äußerst interessantes Statement zum Thema ab:
It does not work because noone who works on OpenBSD runs -stable.
Then every few months some of you come and yell at us.
Also niemand der Entwickler nutzt den stable-Branch von OpenBSD. Das ist ja nachvollziehbar. Doch es geht weiter:
I think that people running old software quite frankly cannot rely on a mailing list run by people who don’t run -stable. So how can any of you hope we will solve your problems?
Mit ‘old software’ meint Theo den aktuellen stable-Branch, nicht einmal release (für den ich immerhin 50 Euro Spende bezahlt habe und der am 1.11.2008 offiziell released wurde).
Das muss man sich mal genüßlich auf der Zunge zergehen lassen: Das sicherste Betriebssystem der Welt hat eine Security-Advisory-Liste, auf der keine Nachrichten veröffentlicht werden, weil man keine Entwickler hat, die die empfohlene Variante für Produktivsysteme verwenden. Trotzdem erscheinen auf mysteriöse Art und Weise Meldungen zu Patches und Security-Issues auf den Errata-Seiten. Wird wahrscheinlich nicht von Entwicklern gepflegt.
Ich frage mich wirklich, warum ich von NetBSD zu OpenBSD (der Grand-Prix war Schuld!) gewechselt habe, die Attitüde der Entwickler ist mir doch eindeutig zu User-unfriendly. Dann doch lieber wieder pkgsrc.
Do
Okt
30
2008
OpenBSD 4.4 ist da
Mein Thinkpad läuft mit OpenBSD. Seit eben sogar mit OpenBSD 4.4. Die Installation war wie gewohnt ein Kinderspiel, in den nächsten Tagen werde ich mal testen, was sich seit dem letzten Release so getan hat. Hoffentlich funktioniert WPA so, wie ich mir das vorgestellt habe.
Mo
Okt
06
2008
OpenBSD dokumentiert
bsd.yauh.de ist ab sofort mein kleines privates Wiki, wo ich die Erfahrungen mit OpenBSD und meinem kleinen Thinkpad zusammenfasse. Am Feiertag habe ich erfolgreich ein OAMP installiert. Der Apache musste leider “unchrooted” werden, da sonst PHP mit seinen Bibliotheken nicht so recht wollte, MySQL hingegen war absolut unkompliziert.
Was – zumindest in Version 4.3 – noch etwas stört, ist die komplizierte WLAN-Unterstützung. Konkret heißt das, kein WPA/WPA2, höchstens WEP. Naja, immerhin handelt es sich um das sicherste Betriebssystem der Welt, da dürfte WLAN eigentlich gar nicht unterstützt werden.
So
Sep
07
2008
tardis.think.net joins in
Seit einiger Zeit sitzt mein Mac Mini auf dem Schreibtisch und läuft mit OpenBSD. Allerdings – wenn ich ganz ehrlich bin – brauche ich den irgendwie nur alle paar Tage einmal. Der Mini hat auch keinen Monitor, also muss ich vom Keyser dort via ssh draufzugreifen. Dazu den Mini aber ständig laufen zu lassen, ist mir nicht geheuer ud widerspricht meinem ökologischen Bewusstsein.
Als Lösung habe ich mir jetzt ein Thinkpad X40 bei eBay ersteigert. Dabei handelt es sich um ein wirklich schnuckeliges Laptop mit einem 1.4 GHz Intel Pentium M Prozessor, 1280 MB RAM, einer 40 GB Festplatte und WLAN (Intel PRO/Wireless 2200BG), mit CD-Laufwerk aber ohne Docking-Station. Meine Wahl fiel auf das Thinkpad, da es schön klein und trotzdem leistungsstark genug ist, insgesamt eine gute Ausstattung hat (ich mag vor allem die Tastaturbeleuchtung) und überaus kompatibel zu OpenBSD ist.
Die Installation war extrem einfach, vor allem aufgrund der exzellenten offiziellen und inoffiziellen Dokumentation. Im Grunde musste ich nichts machen, weil Wiebke die Installation freundlicherweise für mich übernommen hat1. Nach dem Kampf mit der OpenFirmware bei der Installation von Net- und OpenBSD beim Mac Mini war das Thinkpad ein wahrlich einfacher Gegner.
1 Das erklärt auch die merkwürdige Domaine think.net. Als Hostname stimmt tardis schon, aber als Wiebke mich gefragt hat, wie denn die Domaine lauten soll, habe ich ‘think.pad’ geantwortet, sie aber ‘think.net’ verstanden. Nachträglich wurde das korrigiert, damit niemand bei think.net sich gestört fühlen kann.
Sa
Aug
02
2008
NFS mit Mac OS X 10.5 und OpenBSD 4.3
Bei mir ist ein Mac Mini G4 als Server mit OpenBSD 4.3 eingerichtet. Da dieser einen deutlich günstigeren Stromverbrauch hat, als der große iMac, lasse ich diesen mit einem ruhigeren Gewissen Dinge auch mal über Nacht erledigen. Um die Daten zwischen den Rechner austauschen zu können, nutze ich das Network File System NFS.
Unter OpenBSD ist es vergleichsweise simpel, einen NFS-Share einzurichten. Hier sind die folgenden Schritte notwendig:
- Konfiguration des Exports
- Starten der notwendigen Serverdienste
Die eigentliche Konfiguration wird in der /etc/exports erledigt. Der Inhalt sieht bei mir wie folgt aus:
/home/ftp -alldirs -network=192.168.1 -mask=255.255.255.0
Auf dem Mac Mini wird das Verzeichnis /home/ftp im Netzwerk mit der Maske 255.255.255.0 und für alle IP-Adressen 192.168.1.x freigegeben. -alldirs sorgt dafür, dass auch andere Verzeichnisse vom Client aus gemounted werden können.
Um die entsprechenden Serverdienste zu starten genügt es, in der /etc/rc.conf.local die folgenden Zeilen anzupassen:
portmap=YES
nfs_server=YES
Dummerweise besteht im Finder von Mac OS X 10.5.4 zwar theoretisch die Möglichkeit, diesen Share ganz einfach mittels Apfel-K (Verbinden mit Server) zu nutzen, praktisch scheitert das jedoch bei mir. Hilfe gibt es im Forum des Mac OS X Hints.
Mit dem Befehl mount -o -P im Terminal klappt es dann schließlich. Mein Mac Mini hat die IP-Adresse 192.168.1.123.
stephan@iMac$ sudo mount -o -P 192.168.1.123:/home/ftp /private/mnt
Was ist hier passiert? Nun, OpenBSD verlangt “sichere” bzw. privilegierte Ports, das scheint OS X – genau genommen der Finder – aber irgendwie nicht zu verstehen. Zu blöd, dass das Problem seit gut sechs Jahren bekannt ist.
Sa
Mai
24
2008
OpenBSD 4.3 auf Mac Mini G4
Nachdem mein Mac Mini ja erfolgreich mit NetBSD versorgt wurde ist exakt das passiert, was passieren musste: Der Mac Mini G4 läuft jetzt mit OpenBSD 4.3. Was ist passiert?
Mit pkgsrc gab es unter NetBSD bei meiner Installation ein Problem: Sämtliche Checksums konnten nicht positiv geprüft werden. Auch eine Neu-Installation konnte keine Besserung bringen. Streng genommen findet auch bei NetBSD und einem Apple Rechner mit Open Firmware 3 keine “richtige” Installation, sondern eine Re-Installation der Sets statt.
OpenBSD läuft seit ungefähr einer Stunde – ich musste ja irgendwie dem heutigen Grand Prix entgehen – auf dem Mac Mini. Die Installation war erheblich einfacher, als ich mir dies vorgestellt hatte, was maßgeblich an der wirklich guten Installationsanleitung liegen dürfte, die der Distribution beiliegt. Da können sich andere BSDs und Linuxe tatsächlich eine Scheibe abschneiden!
Das ports-System ist bekanntermaßen ein naher Verwandter von pkgsrc. Derzeit nutze ich es, um einiges an Software zu bauen, eine genauere Betrachtung des Systems folgt später.