Mo
Mär
01

2010

Ahasverus, Cartaphilus oder Buttadeus - er wandert noch immer

Die letzten beiden Bücher, die ich gelesen habe, hatten eine ähnliche Nebenfigur: Der ewige Jude Ahasver, dessen Legende im Laufe der Jahrhunderte mit der von Cartaphilus und Buttadeus vermischt wurde.

Beide Autoren haben vor dem zweiten Weltkrieg geschrieben und stammen aus Deutschland, also liegt die Befürchtung nahe, dass der ewige oder wanderne Jude ein antisemitisches Leitmotif sein könnte, gegen dessen verhetzende Wirkung nur Aufklärung helfen kann. Also habe ich mich ein wenig schlau gemacht1.

Angeblich trafen Wanderer im 13. Jahrhundert auf eben jenen ewigen Juden, den Jesus selbst verfluchte bis zu seiner Wiederkehr rastlos über die Erde zu wandern:

Ich gehe, aber du musst warten, bis ich wiederkomme.

Ich gebe zu, dass mich der Stoff überaus fasziniert, so dass ich mir gleich neue Lesekost bestellt habe.

Amazon hat übrigens eine eigene Kategorie für wandering jew und listet mehr als 1500 Bücher (deutschsprachig: weit über 800 Bücher zum Thema).

Kurioserweise habe ich vor Perutz und Hoffmann noch nie etwas über die Figur Ahasver gelesen. Mir scheint, dass die Mehrzahl angelsächsischer Autoren den Stoff nicht so interessant findet, wie deutschsprachige Autoren. Ich bin gespannt auf Die Uneinholbarkeit des Verfolgten.

1 Mein erster Griff war ins Regal zu Elisabeth Frenzels Stoffe der Weltliteratur, aber das kann ich unmöglich hier alles wiederholen. Jedenfalls ist der Lexikoneintrag deutlich informativer als die entsprechende Seite bei Wikipedia.

So
Mär
15

2009

Gut lesen bei Goodreads.com

Bei schon drei gelesenen Büchern in diesem Jahr verliere ich ja langsam den Überblick. Als guter Netizen muss ich mich natürlich auch direkt in einem Netzwerk für Bücher anmelden. Bei Bookmooch bin ich ja schon, da gibt man aber auch eher Bücher ab, nicht seine Meinung.

Nach kurzer Überlegung, ob Librarything, Shelfari, Reliwa oder Gurulib alles über mein Leseverhalten wissen darf, habe ich mich für Goodreads entschieden.

Warum Goodreads? Google lieferte zwei Treffer, die Goodreads in einem guten Licht erscheinen lassen. Also bin ich jetzt dort angemeldet und trage fleißig meine gelesenen Bücher ein.

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich ein etwas merkwürdiges Gefühl, wenn ich gelesene Bücher wie besiegte Beutetiere behandele, und in eine Webseite eintrage wie eine Trophäe. Dann jedoch kam mir der Gedanke, dass es nicht so sehr um das Gefühl des Auslesens geht, sondern um den Spaß beim Lesen. Viele Bücher lese ich einmal, aber für ein zweites Mal sind sie einfach nicht gehaltvoll genug. Vielleicht kann ich mittels Goodreads endlich die Perlen für mich festhalten und anhand eines Kriteriums die “One night stands” direkt an Bookmooch weiterzuleiten.

Ach ja, mein Profil befindet sich hier.