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Jun 24, 12:28 AM
von Stephan
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Sendmail und Google Apps unter CentOS 5

Meine E-Mails werden von Google (Apps, nicht das normale Mail) versendet und empfangen, da möchte ich auch meinen neuen vServer so einrichten, dass er E-Mails mit dem SMTP-Server von Google versenden kann.

Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten und vielen verschiedenen Anleitungen hat dieser französischer Eintrag letztlich geholfen, sendmail korrekt einzurichten.

Ein minimales CentOS 5.5 mit korrekt gesetzten Hostname (FQDN mit einer per DNS auflösbaren Domain) war die Voraussetzung für die folgenden Schritte:

Zunächst müssen mittels yum ein paar Pakete installiert werden (nicht alle sind für die Einrichtung des Relay notwendig, aber da es sich bei meinem Server um ein Minimalsystem handelt, benötige ich sie sowieso für alle möglichen Gelegenheiten):

-bash-3.2# yum -y install vim-enhanced wget mlocate sudo sendmail sendmail-cf man telnet cyrus-sasl-plain passwd mlocate sudo openssh openssl make gcc cyrus-sasl cyrus-sasl-plain

Der nächste Schritt ist, die notwendigen Zertifikate nach /usr/share/ssl/certs zu kopieren bzw. dort zu erstellen. Die Zertifikate sind zehn Jahre lang gültig, bei Bedarf kann man natürlich auch kleinere Werte als 3650 Tage wählen.

-bash-3.2# mkdir -p /usr/share/ssl/certs
-bash-3.2# cd /usr/share/ssl/certs
-bash-3.2# cp /etc/pki/tls/certs/ca-bundle.crt /usr/share/ssl/certs/
-bash-3.2# openssl req -new -x509 -keyout cakey.pem -out cacert.pem -days 3650
-bash-3.2# openssl req -nodes -new -x509 -keyout sendmail.pem -out sendmail.pem -days 3650

Anschließend werden die Zugangsdaten in der Datei /etc/mail/authinfo angelegt:

-bash-3.2# vi /etc/mail/authinfo

Der Inhalt der Datei sieht dann in etwa so aus (die Platzhalter in müssen durch die tatsächliche E-Mail-Adresse bzw. das Klartext-Passwort ausgetauscht werden:

AuthInfo:smtp.gmail.com "U:root" "I:<appsexample.com>” “P:“ “M:PLAIN”@
AuthInfo:smtp.gmail.com:587 "U:root" "I:<appsexample.com>” “P:“ “M:PLAIN”@

Die Authinfo-Datei wird nunmehr gehasht und die Dateiberechtigung angepasst:

-bash-3.2# makemap hash /etc/mail/authinfo < /etc/mail/authinfo
-bash-3.2# chmod 600 /etc/mail/authinfo

Die Datei /etc/mail/sendmail.mc muss ebenfalls noch angepasst werden. Vor der ersten Zeile, die mit MAILER beginnt, müssen diese Zeilen eingefügt werden:

FEATURE(`authinfo',`hash /etc/mail/authinfo.db')
define(`SMART_HOST',`smtp.gmail.com')dnl
define(`RELAY_MAILER_ARGS', `TCP $h 587')
define(`ESMTP_MAILER_ARGS', `TCP $h 587')
define(`confCACERT_PATH',`/usr/share/ssl/certs')
define(`confCACERT',`/usr/share/ssl/certs/ca-bundle.crt')
define(`confSERVER_CERT',`/usr/share/ssl/certs/sendmail.pem')
define(`confSERVER_KEY',`/usr/share/ssl/certs/sendmail.pem')
define(`confAUTH_MECHANISMS', `EXTERNAL GSSAPI DIGEST-MD5 CRAM-MD5 LOGIN PLAIN')
TRUST_AUTH_MECH(`EXTERNAL DIGEST-MD5 CRAM-MD5 LOGIN PLAIN')
define(`confAUTH_OPTIONS', `A')dnl

Nun noch die Änderungen wirksam werden lassen und sendmail neu starten (bzw. bei jedem Neustart automatisch starten lassen):

-bash-3.2# cd /etc/mail
-bash-3.2# m4 sendmail.mc > sendmail.cf
-bash-3.2# /sbin/service sendmail restart
-bash-3.2# /sbin/chkconfig sendmail on

Das Verschicken einer Testmail dürfte nun funktionieren (als Beispiel wird der Inhalt der Datei /etc/hostname per E-Mail an eine funktionierende Adresse versendet):

-bash-3.2# sendmail -v mailexample.com < /etc/hostname@

Jan 20, 11:37 PM
von Stephan
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Öffentlich-rechtliche Suchmaschinen

Bei all dem Google-Bashing stellt sich mir zwangsweise die Frage, wieso es eigentlich noch keine staatliche öffentlich-rechtliche Suchmaschine gibt.

Ganz oberflächlich betrachtet – und ohne, dass ich mir bislang groß Gedanken zu dem Thema gemacht hätte – gibt es doch irgendwo ein Gesetz, dass die mediale Grundversorgung der Bürger durch öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten definiert. Über diese beschwert sich auch niemand ernsthaft (wir klammern mal die ganze GEZ-Kiste und auch die Heulerei der Privaten um Werbeeinnahmen sowie ein paar andere Meckereien ob der Programmgestaltung aus).

Im 21. Jahrhundert gehört zur medialen Grundversorgung für mich auch das Internet. Wenn das Konzept des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiterleben will, muss es sich entwickeln und mit der Zeit gehen. Apps für das iPhone sind da nur die Speerspitze.

Sicher, eifrigen Datenschützern rollen sich die Fußnägel beim ersten Gedanken an staatliche Suchmaschinen, aber:

  1. eine staatliche muss nicht auch die einzige Suchmaschine sein (wer würde Google und Bing denn ihrer Lebensgrundlage berauben wollen?)
  2. eine staatliche Institution zu überprüfen und zu kontrollieren dürfte langfristig erfolgreicher sein als ein multinationales Firmenimperium
  3. ließe sich durch Gesetze klar definieren, ob und welche Daten bei Suchanfragen gespeichert werden

Die Nationalbibliothek wird digital, womit quasi ein Gegenstück zu Google Books entsteht. Warum also kein Google Search?