Mi
Apr
15

2009

Bloggen ist out. Für mich. Im Moment.

Blogs kennen wir seit einigen Jahren. Dieses hier gibt es zum Beispiel seit 2003. Allen Blogs ist gemeinsam, dass sie – ähnlich wie Nachrichtenseiten – aktuellste Beiträge oben und ältere weiter unten oder auf anderen (Archiv-)Seiten auflisten. Daraus läßt sich folgern:

Blogs sind Nachrichtenseiten

Da Blogs Nachrichtenseiten sind, eignen sie sich vorrangig dafür, Ereignisse im zeitlichen Kontext zuzuordnen oder Entwicklungen zu dokumentieren. Ideale Kandidaten für Blogs sind also sämtliche Publikationsformen, die Einträge in irgendeinem Bezug zum jeweiligen Datum stellen. Darunter fällt auch die zeitliche Relation von Beiträgen untereinander (dieser Eintrag ist vor jenem erschienen). Beispiele sind:

  • Nachrichten jedweder Art inklusive Rezensionen aktueller Ereignisse/Medien
  • Dokumentation von Lernprozessen und -fortschritten
  • Reiseberichte
  • Tagebücher
  • Glossen und Kommentare zum Zeitgeschehen

Wenn ich mir die Besucher dieser Seite ansehe, so kommen sie überwiegend von Google und suchen Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens, wie “hochfrequenztöne gegen jugendliche”, “install gnucash macport” oder “wie werden filme gedreht”. In der Regel möchte man nicht direkt von der Suchmaschine auf eine Fehlerseite oder geparkte Domain geleitet werden, da der Betreiber das Blogsystem gewechselt hat oder sich ganz aus dem Netz zurückgezogen hat, man möchte lieber eine Antwort finden. Es folgt:

Die meisten Besucher betreten Blogs durch Suchanfragen, die einzelne Einträge referenzieren.

Wenn Inhalte in der Regel losgelöst vom Veröffentlichungsdatum betrachtet werden, dann ist ein Blog in 99% der Fällt nicht die geeignete Publikationsform. Stattdessen kommen Wiki, CMS oder andere Plattformen (Youtube, Digg, etc.) zum Einsatz.

Mir fallen derzeit überwiegend nicht blogtaugliche Dinge ein:

  • Statusmeldungen – hierfür gibt es Twitter
  • Fundstücke im Netz1 – hierzu gibt es Digg
  • Rezensionen – gehen wahlweise zu qype, goodreads oder imdb
  • Tutorials – lassen sich prima auf der eigenen Webseite unter datumslosen URLs veröffentlichen (in der Regel behandelt das Howto oder Tutorial eine Version einer Software, dabei ist unabhängig, ob dies im April 2009 oder Januar 2003 erstellt wurde)

Ich habe längere Zeit mit Movable Type herumgespielt, um mit einem anderen System glücklicher zu werden, aber inzwischen bin ich zu der Ansicht gelangt, dass alle heute verfügbaren Systeme, egal ob Wordpress, Textpattern, MT oder Serendipity den Blick zu sehr technisiert fokussieren. Es geht – auch im Web 2.0 – letztlich dem einzelnen um Content, nicht um Technik. Schaue ich nocheinmal auf die Wege, über die Besucher auf diese Seite kommen, so lassen sich folgende Gruppen gliedern (geordnet nach Größe der Gruppen):

  • Ratsuchende Googler2, die via Suchmaschine hierher gefunden haben
  • Freunde und Familie, die wissen wollen, was wir so treiben
  • Andere Blogger, die beim Check ihrer Referrer hierher gefunden haben
  • Reguläre Mitleser, die ursprünglich per Zufall hierher gekommen sind, inzwischen aber regelmäßig wiederkommen, weil ihnen die Inhalte gefallen
  • Ich selbst

Ich denke ich kann ganz klar sagen, dass ich in erster Linie nicht für die Google-Sucher schreibe, sondern für mich (damit ich mir Dinge besser oder auch überhaupt merken kann) sowie – aber das erst in zweiter Linie – für Freunde, Bekannte und Verwandte. Allein aus der sehr heterogenen Zusammensetzung der Besuchermengen (wir reden übrigens über ca. 380 Visitors pro Tag, die nicht nur zum Blog wollen) ist wohl schnell klar, dass hier nicht jeder immer auf seine Kosten kommt. Ein Eintrag über Yoga wird den Technik-Lover langweilen, meine Eltern verstehen bei der Beschreibung für Webloadtests nur Bahnhof.

Welche Konsequenz kann man hieraus ziehen?

Das ist schwierig zu generalisieren. Für mich bedeutet das, dass ich etwas über die weitere Zukunft von yauh.de nachdenken muss. Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich zu exhibitionistisch bin, um die Zelte hier ganz abzubauen. Dennoch denke ich, dass unterschiedliche Inhalte eine unterschiedliche Form benötigen. Sehr interessant wäre eine Art Info-Hub für alle meine Aktivitäten in diversen Netzwerken von Xing über Twitter und Qype bis Facebook und dann noch meine drei Tutorials. Dann wäre jedoch wieder meine paranoide Seite unzufrieden und würde protestieren.

Vielleicht kommt hier ein Relaunch mit einem CMS3 und einer Art Mini-Blog (Tumble-Blog vielleicht?). Oder es gibt Themenblogs auf verschiedenen Subdomains, dann wäre jedoch die Postfrequenz deutlich geringer pro Blog als jetzt insgesamt. Teile sind ja heute bereits “privatisiert” und nicht mehr öffentlich zugänglich (früher fand ich dies immer schlimm und fühlte mich durch sowas von meinen Lieblingsbloggern ausgeschlossen, heute habe ich auch ein Privatleben). Die technischen Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, aber ohne Inhalt sind sie irrelevant.

Die Kernfragen lauten:

  1. Für wen veröffentliche ich Informationen im Internet?
  2. Welche Informationen veröffentliche ich im Internet?
  3. Wie finden die Rezipienten meine veröffentlichen Informationen? oder:
  4. Wieso sollte meine Informationen irgendjemand lesen?

Sobald ich Antworten hierauf habe, melde ich mich wieder. Kommentare sind – wie immer – sehr willkommen. Bevor es keine Antworten auf diese Fragen gibt, werde ich auch sicherlich kein HTML/CSS für ein Redesign mehr in Angriff nehmen und auch garantiert kein CMS/Blog-System mehr unter die Lupe nehmen.
Content is king!

1 Ja, ich weiß, woher Weblogs ursprünglich stammen und wozu sie benutzt wurden. Das bedeutet aber nicht, dass sie tatsächlich das richtige Medium für diesen Zweck darstellen.

2 Auch Benutzer anderer Suchmaschinen haben “gegoogelt” und sind somit “Googler”. Das muss man der Datenkrake zugestehen, unseren Wortschatz haben sie geprägt, denn wer “Windows Live’d” schon?

3 Könnte auch händisch erstelltes HTML sein, sowas soll ja auch noch möglich sein.

Do
Apr
24

2008

Breip dabei

Einige Leser scheinen es schon bemerkt zu haben: Die Schrift hier hat sich verändert. Wer noch mit alten, antiquierten Browsern unterwegs ist, ist bestimmt auch so alt, dass er sich freut, dass die sans-serif-Schrift hier größer (=leserlicher) geworden ist. Trendige Menschen am Puls der Zeit mit frischen, aktuellenBrowsern können hier jetzt alles hochstilisiert lesen: In Breip.

Do
Apr
03

2008

HILLARY-ous

Hattet Ihr Spaß an der Geschichte von Sarah und Matt? Für alle, die es bisher verpasst haben, hier nochmal das Video:

Und heute habe ich via green yogurt diese wunderbare Hommage gefunden:

Enjoy!

Do
Apr
03

2008

Farben und Buchstaben

Einer der verwerflichsten Auswüchse moderner Gesellschaften ist es, dass man sich Farben und Buchstaben schützen, ja am liebsten gleich patentieren lassen würde. Wenn die Deutsche Telekom eine Seite wie Engadget darauf hinweist, die bekannte Konzernfarbe nicht auf ihrer Seite für Headlines zu verwenden, dann ist das nur ein Zeichen dafür, wie weit fortgeschritten diese Unart schon ist. Egal, ob es ein Rot-Ton, Braun oder irgendeine andere Farbe ist, Farben müssen frei sein (ich stelle mir schon Rückruf-Aktionen von Pelikan und Farbmalkästenherstellern aus, die eine Grundschulklasse mit neuen Kästen ausstatten, da die Farben Grün, Geld und Blau im Jahre 2012 gesamt geschützt sind und nicht mehr verwendet werden dürfen).

via: Tagesschau

Di
Apr
01

2008

iTunes-Stöckchen

Derzeit nahezu allerorten, jetzt auch hier:

Starte Dein iTunes, was sagt die Statistik:

  • 5526 Objekte
  • 35,7 Tage
  • 54,29 GB

Kürzester und längster Track (ohne “Intros”):

  • Enthusiasmierte Harmonielehre vom J.B.O.-Album Rosa Armee Fraktion (00:08)
  • Gevatter Tod in einer Hörspielfassung (1:55:09)

Erster und letzter Track:

  • —- —- —— von J.B.O.
  • A von A

Erster und letzter Interpret:

  • A
  • ZZ Top

Erstes und letztes Album (Titel):

  • The A-Team
  • 4630 Bochum

Die fünf meistgespielten Tracks:

  • You Know My Name von Chris Cornell
  • Panama von Van Halen
  • Against the Grain von Bad Religion
  • Take This Life von In Flames
  • Falling von Mercenary

Fünf Songs im Partyshuffle (Party-Jukebox):

  • Swing Time von The Deep Eynde
  • Up And Gone von Hoobastank
  • I Can’t Help It von Bananarama
  • In The Presence Of Enemies von Dream Theater
  • Walk Away von Bad Religion

Suche nach folgenden Begriffen – wieviele Songs tauchen als Ergebnis auf?

  • Sex: 22
  • Death: 68
  • Love: 136
  • You: 286
  • Home: 24
  • Boy: 101
  • Girl: 61
Sa
Mär
15

2008

So you want to be a writer

“Eines Tages schreibe ich ein Buch”, das sagen sich ungefähr 90% aller Menschen mit höherem Bildungsabschluss. Dabei bleibt es dann auch meist: einen Tag lang wird geschrieben, sich geärgert, dass man nicht fertig geworden ist, und die Muse (merkwürdigerweise nennt sie sich bei den Umstehenden auch Disziplin) verschwindet so schnell und leise, wie irgend möglich.
Auch Blogger sind im Grunde ja auch nichts anderes als Schriftsteller. Wie viele von ihnen haben schon wirklich vielversprechende Einträge online gestellt, um dann wenige Wochen oder Monate später nur noch ein potentielles Ziel für Linkspammer abzugeben.

Eben jenen Menschen hat Charles Bukowski einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg mitzugeben: Don’t do it!

if you have to sit for hours
staring at your computer screen
or hunched over your
typewriter
searching for words,
don’t do it.
(…)
if you’re doing it because you want
women in your bed,
don’t do it.

Das gesamte, überaus lesenswerte Original ist: so you want to be a writer

Mo
Okt
29

2007

Der Sinn des Bloggens im 21. Jahrhundert

Der besteht im Verwandeln des eigenen Blogs in Geld (mittels Werbung) oder die Teilnahme an exklusiven Gewinnspielen (mittels Content-Spam).

Beispiel für solchen Content-Spam gefällig? Im Dienste der Wissenschaft zeige ich dies gerne:

iPod Touch Blogger Aktion

Da flattert via Feedreader dann jede Menge Werbung ein und schon freut sich die Industrie für so viel billige und willige Werbung.

Sa
Jun
16

2007

Warum bloggen die Guten immer weniger?

Marcus macht sich Gedanken:

[V]iele Bloggger, die ich immer gern gelesen habe, schreiben nur noch selten oder gar nicht mehr. Es wird leer.

Auch mein Feedreader war früher voller. Da habe ich es kaum geschafft, alle Einträge am Wochenende nachzuarbeiten, wenn ich unter der Woche mal ein, zwei Tage ausgesetzt hatte. Inzwischen habe ich aber meine Blogroll auch stark reduziert. Meine Postingfrequenz ist gegenüber allerdings auch nicht gerade gestiegen, eher im Gegenteil.

Vielleicht liegt es daran, dass die Blogger langsam alles geschrieben haben, was sie immer schon mal schreiben wollten.

Vielleicht ist derzeit aber auch, hervorgerufen durch die kritische Auseinandersetzung mit einem drohenden Überwachungsstaat, den interessanten Bloggern klar geworden, dass sie zu viel Angriffsfläche bieten.

Vielleicht wird es aber auch nur Sommer und es gibt Besseres zu tun, als am Rechner zu sitzen.