Mo
Nov
10

2008

Zehn bis 60 Minuten später

Der Novemberfahrplan der Bahn

Jedes Jahr, wenn es regnet und ein paar Blätter auf den Gleisen liegen, muss die Bahn witterungsbedingt klein beigeben. Wenn dann auch noch die Strecke stark ausgelastet ist (was man bei der Planung des Fahrplans nicht vorhersehen kann), dann kommt es eben zu ein paar Verspätungen. Aber – immerhin – die Züge fahren ja alle.

Di
Jul
22

2008

20% für den ICE 3

Am Freitag, dem 11. Juli sind ja bundesweit grob geschätzte 110% aller ICE3-Züge aus dem Verkehr genommen worden. In meiner Verzweiflung wendete ich mich an den bahn.comfort-Service und meldete meinen Rücktritt von der Reise. Besagter Service hatte sich auch bereit erklärt, die Abwicklung des Rücktritts für mein Online-Ticket zu übernehmen.

Gestern kam die Rückmeldung per Mail, dass die Kosten der Reise meinem Kreditkartenkonto gutgeschrieben wurden. Heute kam ein Brief von Madlén D. vom bahn.comfort-Service mit einem Gutschein über 20% des Fahrpreises der einfachen Fahrt oder auch 10% des Ticketpreises als Entschädigung.

Mein Vertrauen in die Bahn wird dadurch zwar nicht gefördert, aber ich weiß die Geste zu schätzen. Zu dumm, dass ich den Gutschein nur am Reiseschalter der Bahn, welcher in Bochum grundsätzlich Wartezeiten jenseits der Minutengrenze verlangt, einlösen kann. Wenn es jetzt noch irgendwann Online-Gutscheine für den iTunes-Store die Bahn-Seite gäbe, wäre ich noch fröhlicher.

Di
Jul
01

2008

Knapp am Hauptpreis vorbei

Mein Gewinn: Ein Upgrade für die 1. Klasse der Bahn

Ich habe beim diesjährigen EM-Gewinnspiel der Bahn mitgemacht. Nicht, weil ich viel Interesse oder gar Ahnung für Fußball aufbringen kann, sondern weil die Preise einfach zu verlockend waren. Mein Ziel, die BahnCard Mobility First ist es dann doch nicht geworden, aber immerhin ein Upgrade in die erste Klasse (einfache Fahrt). Dann wird meine nächste Heimreise aus Mannheim ja fast schon ein Wellness-Ausflug.

Insgesamt war das Bahncard-Tippspiel aber recht mau. Nicht, weil nur ich getippt habe und keine Tippgemeinschaft, sondern weil die Technik hinter der Seite irgendwie umständlich und unbeweglich schien. Nichtmal einfachste Logins sind mir ohne Nutzung der Direktlinks in den Newslettern der Bahn geglückt.

Mo
Mai
26

2008

Das merkwürdige Verhalten pendelnder Großstädter

Evening Commute by flickr: http://flickr.com/photos/magandafille/377135252/

Wer das Glück hat, jeden Morgen mit dem eigenen PKW alleine oder mit einem Kollegen zur Arbeit zu fahren, kann sich nicht vorstellen, wie es ist, ein (Bahn-)Pendler im Rudel zu sein. Als Pendler steht man jeden Morgen am Bahnhof, egal ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint. Legionen von Menschen verlassen den einen Bahnhof und betreten kurze Zeit später einen anderen, sie pendeln zwischen zwei Orten hin und her. Morgens hier, abends dort.

Wirft man über mehrere Tage, Wochen oder gar Monate einen näheren Blick auf das Treiben, so ist auffällig, dass die meisten dieser Menschen tatsächlich ganz vorhersehbaren Mustern folgen. Nicht nur das, auch gibt es einen festen Personenkreis, der nahezu wie ein Uhrwerk immer und immer wieder miteinander im Zug sitzt. 7:45 Uhr, Abfahrt in Bochum, 7:56 Uhr, Ankunft in Dortmund. 17:45, Abfahrt in Dortmund, 17:54, Ankunft in Bochum.

Eines der letzten, für Nicht-Pendler scheinbar ungelösten Geheimnisse ist die Anonymität der Bahnfahrer. Wie kann es sein, dass man monatelang an derselben Stelle am Bahngleis steht, auf den – wieder mal verspäteten – Zug wartet, nebeneinander im Zug sitzt und sich spätestens am Abend wieder zum selben Ritual zusammenfindet, aber niemals auch nur ein Wort wechselt, geschweigedenn den Namen des anderen kennt? Früher war ich der Meinung, man müsste sich einfach nur ein Herz fassen und ein freundliches ‘Hallo’ sagen, schon wäre man um einen neuen Freund und Gesprächspartner reicher.

Doch HALT! Es gibt einen ganz einfachen Grund, weshalb Pendler keine Anstalten machen, miteinander – vielleicht mit Ausnahme eines flüchtigen Blickkontakts mit verdrehten Augen, um die gemeinsame Geringschätzung der heutigen Verspätung auszudrücken – in Kontakt zu treten. Werfen wir einen Blick auf die Rahmenbedingungen des Pendelns:

Der typische Pendler steht morgens auf, kleine Augen, weniger Schlaf als wünschenswert gewesen wäre, hastiges Frühstück und raus in Wind und Wetter, ab an die Haltestelle. Die wenigsten Menschen sind zu dieser Zeit wirklich vorzeigbar, geschweige denn haben sie ein Interesse an sozialer Interaktion. Abends ist der Pendler geschafft von einem anstrengenden Arbeitstag, versucht zu entspannen, während die Bahn hartnäckig auf die fünf- bis zehnminütige Standardabweichung vom Fahrplan besteht und schwört sich erneut, nie wieder zu einer Bahn zu rennen, da im wahrscheinlichen Falle des Vor-der-Nase-Wegfahrens das Frusterlebnis den potentiellen Nutzen deutlich überwiegt.

Angenommen, ein Pendler wäre jedoch morgens eine wahre Frohnatur und auch abends einem Schwätzchen nicht abgeneigt, so gibt es trotzdem Gründe, weshalb man keinesfalls Kontakt zu “den anderen” aufnehmen sollte.

Wenn ich morgen früh den Herren, der jeden Morgen in seiner c’t liest, ansprechen würde, dann unterhalte ich mich womöglich ganz angeregt und stelle viele Gemeinsamkeiten fest. Am Tag danach komme ich wieder zur Bahn und – da stünde er erneut. Wenn ich jetzt nicht ‘Hallo’ sagen würde, wäre ich unhöflich. Sage ich aber ‘Hallo’, so erwiderte er es womöglich und wir führten ein verlegenes “Pflichtgespräch”. Nicht nur am Tag nach Morgen, nein: JEDEN TAG!

Als Pendler freut man sich im Allgemeinen, endlich mal ein paar Minuten Zeit für ein Buch, den letzten Podcast, heftigste Metal-Musik oder einfach nur ein paar eigene Gedanken zu haben. Ganz für mich, ohne, dass jemand anders daran teil nehmen kann. Zugegeben, an dem ein oder anderen Tag wäre es bestimmt nett, sich mal zu unterhalten, aber wer will schon das Risiko eingehen, dann jeden Tag reden zu müssen? Womöglich stellt sich nach Tag Drei auch heraus, dass der andere ein absolut nerviger Zeitgenosse ist, der immer die Nase hochzieht, wenn er mehr als zwei Sätze herausgebracht hat? Wie sage ich dem anhänglichen Quatschkopf dann höflich ‘Nein, danke, kein Gespräch für mich!’? Es gibt immerhin jede Woche fünf neue Tage, an denen ich im schlimmsten Fall auf diesen Menschen treffe. Bei einer Fahrtzeit von nur zehn Minuten pro Fahrt mit einer großzügigen Wartezeit von etwa sieben Minuten sind das pro Woche immerhin schon 170 Minuten, die ich mit der Nervensäge verbringen muss. Alternativ muss ich mich irgendwo auf dem Bahnsteig hinter einem Nichtraucherschild verstecken.

Diejenigen unter uns, die zur Arbeit pendeln, kennen Dutzende Gesichter von den Fahrten zur und von der Arbeit. Ansprechen würde jedoch niemand den anderen, im Gegenteil, es wird sogar peinlichst genau vermieden. Keine freundlichen – und vor allem längeren – Blickkontakte und Gemeinsamkeit möglichst vermeiden ist die Devise.

Bildquelle: © magandafille auf flickr

Do
Jan
31

2008

Wo ist mein Zug?

Wenn ich in der Schweiz Zug fahren würde, könnte ich dank Swisstrains.ch immer sehen, wo mein Zug jetzt gerade ist. Da ich aber nur in Deutschland Zug fahre, muss mir die gute alten Bahnhofsanzeigetafel Auskunft über die Verspätung meines bevorzugten Verkehrsmittel geben.

via: Dirks Logbuch und Hampa

Di
Jul
03

2007

Trotz Streik gut durchgekommen

Heute morgen bin ich wie jeden Morgen fünf Minuten zu spät aus Bochum losgekommen. Fünf Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit. Eigentlich keine erstaunliche Neuigkeit, aber gerade heute, an dem angeblich laut Bahnsprechern auf der Strecke nach Dortmund und speziell in dem Bahnhof alles von 5 bis 9 Uhr stand, bin ich doch beeindruckt.

Gleis 8 (S-Bahn-Gleis in Bochum) wurde bestreikt, alle Regionalexpresse in Richtung Dortmund fielen aus und trotzdem fuhr eine S-Bahn tapfer um elf Minuten nach acht Uhr aus Gleis 5 (eigentlich für den Regionalexpress). Auch wenn ich absolut gegen diese Art von Protest bin, da hier nur Angestellte sich gegen Kunden in Position bringen, hat der vielzitierte Betriebsablauf erstaunlich gut funktioniert. Hingegen von Witten nach Dortmund zu gelangen war laut einer Kollegin heute ein Ding der Unmöglichkeit.

Anzeige am Bochumer Hauptbahnhof am Streiktag 02. Juli 2007

Die Anzeige am Bahnhof war allerdings wie immer absolut unverlässlich. Ich bin gespannt ob die in absehbarer Zeit auf einen aktuelleren Stand der Technik gebracht werden wird.