Providerodyssee

Den richtigen Provider zu finden ist in etwa vergleichbar, mit der Suche nach einer geeigneten Wohnung. Entweder man wohnt zur Miete und muss damit leben, wie der Grundriß der Wohnung vorgegeben wird, oder man entscheidet sich für den Eigenbau, wo weder Softwarekomponenten noch virtuelle Wände existieren. Meine private Providerodyssee sollte nunmehr – zumindest für eine Weile – beendet sein.

Odyssee ist etwas viel gesagt, es gab ja nur eine Handvoll Stationen in vielen Jahren. Mein erster Provider war yoobay.net, ein “Freehoster”. Dort lag eine klitzekleine Webpräsenz, die später durch den generösen 5 MB Account der Uni abgelöst werden sollte.

Jahrelanger Hoster meines Vertrauens war Pierre König von koenig-com.de. Für drei Euro im Monat gab es wirklich ordentliche Leistung, meine 200 MB Speicher reichten für alle meine Experimente deutlich aus, und auch der Service war herausragend.

Nach ein paar Jahren, in denen ich auch Systemadministration zu meinem Beruf gemacht hatte, sollte es dann etwas größeres sein. Wieso gab es keine PostgreSQL-Datenbank, Subversion hatte ich nicht zur Verfügung und musste via dyndns.org meinen Rechner zuhause ansprechen. Cronjobs waren überhaupt nicht enthalten und das einzige, was mich vom Umzug auf einen Rootserver abhielt, war neben dem Preisunterschied der Betrieb des eigenen Mailservers.

Mit neuem Arbeitsvertrag in der Tasche und genügend Erfahrung in der Hinterhand gab es also für mich irgendwann keinen Weg mehr daran vorbei, ich musste einfach einen Rootserver haben. Allerdings sollte es nicht so ganz Root sein, immerhin würde der Rechner zu 99,9% nur vor sich hin idlen, da sollte ein virtueller Server reichen.

Aus Gründen der Bequemlichkeit und Bekanntheit, und um nicht in die Untiefen von Linux vordringen zu müssen, sollte der neue Host unbedingt NetBSD anbieten. Bei x|encon.net aus Hannover gab es ebenfalls einen Spitzenservice und die Leistung stimmte einfach, also besiegelte ich den Umzug auf meinen eigenen Server.

Nach wenigen Monaten stellte ich aber fest, dass die vielen Euros im Monat in keinem Verhältnis zu meiner tatsächlichen Nutzung des Servers standen. Dummerweise hatte ich mich an einige tolle Features gewöhnt. Unter einem Gigabyte Speicher sollte ich nirgends mehr glücklich werden. Auf PostgreSQL und Subversion könnte ich wohl verzichten, da ich inzwischen wenig Zeit für irgendwelche Entwicklungen mehr hatte.

Auf der Suche kam ich durch unterschiedliche Empfehlungen unter anderem auf Dreamhost.com. Der war allerdings in Amerika, das DNS-Konzept war mir nicht ganz klar und als guter Patriot war mir nicht wohl bei dem Gedanken, mein Geld an amerikanische Unternehmen auszugeben, wo ich genausogut eines aus Deutschland unterstützen könnte.

Nach langem Vergleich und vielen Überlegungen sprengte ich meinen selbst vorgegeben Finanzierungsrahmen von fünf Euros pro Monat und entschied mich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Dadurch bin ich bei dem Branchenriesen all-inkl.com gelandet.

Seit einer Woche läuft diese Seite nun bei all-inkl.com und ich bin bislang sehr zufrieden. Die verschiedenen Webinterfaces und Logins sind noch gewöhnungsbedürftig, aber gerade Webmail ist für meine kurzen Ausflüge als Business-Kasper ist mir ans Herz gewachsen. Dass ich da vorher nicht drauf gekommen war…

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Blogging since 2003 about life, tech, yoga. Passionate about the details and eager to know more. Systems theory meets empathy.
Bochum. Germany.
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