Öffentlich-rechtliche Suchmaschinen

Bei all dem Google-Bashing stellt sich mir zwangsweise die Frage, wieso es eigentlich noch keine staatliche öffentlich-rechtliche Suchmaschine gibt.

Ganz oberflächlich betrachtet – und ohne, dass ich mir bislang groß Gedanken zu dem Thema gemacht hätte – gibt es doch irgendwo ein Gesetz, dass die mediale Grundversorgung der Bürger durch öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten definiert. Über diese beschwert sich auch niemand ernsthaft (wir klammern mal die ganze GEZ-Kiste und auch die Heulerei der Privaten um Werbeeinnahmen sowie ein paar andere Meckereien ob der Programmgestaltung aus).

Im 21. Jahrhundert gehört zur medialen Grundversorgung für mich auch das Internet. Wenn das Konzept des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiterleben will, muss es sich entwickeln und mit der Zeit gehen. Apps für das iPhone sind da nur die Speerspitze.

Sicher, eifrigen Datenschützern rollen sich die Fußnägel beim ersten Gedanken an staatliche Suchmaschinen, aber:

  1. eine staatliche muss nicht auch die einzige Suchmaschine sein (wer würde Google und Bing denn ihrer Lebensgrundlage berauben wollen?)
  2. eine staatliche Institution zu überprüfen und zu kontrollieren dürfte langfristig erfolgreicher sein als ein multinationales Firmenimperium
  3. ließe sich durch Gesetze klar definieren, ob und welche Daten bei Suchanfragen gespeichert werden

Die Nationalbibliothek wird digital, womit quasi ein Gegenstück zu Google Books entsteht. Warum also kein Google Search?

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Blogging since 2003 about life, tech, yoga. Passionate about the details and eager to know more. Systems theory meets empathy.
Bochum. Germany.
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