Kirche muss verabsolutieren

Da lese ich heute morgen, dass die Protestanten sich von einem Schreiben des Vatikans verärgert fühlen. Es geht darum, dass der Heilige Stuhl angemerkt hat, dass die Protestanten keine Kirche im eigentlichen Sinne seien. Weiterhin wurde der Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche betont.

Natürlich empfinden die evangelischen Christen dies zunächst als Schlag vor den Kopf.

Allerdings muss Kirche den Anspruch haben, allein den richtigen Weg zu kennen. Wenn eine Glaubensgemeinschaft sagt, man könne ebensogut bei “den anderen mitmachen”, dann kann sie nicht den richtigen Weg darstellen und muss zwangsweise falsch und demnach überflüssig sein. Wie der Name schon andeutet:

Das Wort katholisch kommt von griechisch καθολικος (katholikos) und bedeutet das Ganze betreffend, allgemein gültig.
(Wikipedia: katholisch)

Die Kirchen der Reformation haben bewusst mit ihrer Vergangenheit gebrochen und die Tradition abgeworfen. Ihr Grundsatz sola fide, sola gratia, sola scriptura stellt dies klar. Wenn also das Wesen einer Kirche aus katholischer Sicht die Tradition und Nachfolge ist, dann ist bei einem Blick auf die reformatorischen Kirchen dieses wesentliche Kirchenmerkmal nicht vorhanden.
Vielleicht ist die Veröffentlichung vor dem Hintergrund eines Beitrags auf WDR5 vom 9. Juli besser zu verstehen (Leider konnte ich den Podcast nicht finden).

Wahrscheinlich hängt es mal wieder an der Medienberichterstattung. Weiss zufällig einer meiner Leser, wo das Dokument des Vatikans einsehbar ist? Natürlich gibt es das Dokument bei Radio Vatican und bei kath.net zu lesen. Es gab ja nicht nur Ablehnung außerhalb der katholischen Gemeinschaft.

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