Ich bin ein Berg

Meine Krankenkasse ist rührseelig besorgt um die Gesundheit ihrer Mitglieder. Sie geht sogar so weit, dass sie Gesundheitskurse vergünstigt anbietet und sogar noch Bonuspunkte verteilt, damit die Teilnehmer bei guter Führung einen Teil ihrer Beiträge zurück erhalten.

In diesem Kontext habe ich mich für meinen ersten Kurs angemeldet. Zuvor war ich in Sportvereinen, Fitness Studios oder beim Unisport, aber eben nie in irgendeinem Kurs, geschweigedenn einem Sportkurs. Da ich mich beruflich bedingt nicht in einem der Vormittagskurse wiederfinde (1. habe ich da keine Zeit und muss Konzerne retten und 2. fühle ich mich zu Menschen mit freien Vormittagen nur mässig angezogen), wurde es eben der Kurs am Freitag Abend, 20 Uhr.

Bislang habe ich noch nicht gesagt, was für eine Art Kurs ich belege. Das liegt daran, dass ich mir nicht schlüssig bin, ob man damit hausieren gehen kann bzw. sollte. Es handelt sich um Yoga. Genau, die Trendfreizeitbeschäftigung zahlloser A-, B- und C-Promis, Blogger und natürlich Hausfrauen.

Meine Überlegung war, dass ein Kurs am Freitag Abend zur besten Ausgehzeit bestimmt voller Menschen mitten im Berufsleben bevölkert wäre, die in der Woche um die Welt fliegen und nur am Freitag noch anderthalb Stunden hineinquetschen können, um das Wochenende mit der Familie zu haben. Vielleicht ist das auch bei meinem Kurs so, aber auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus. Acht Frauen (davon sieben mit einschlägiger Vorerfahrung mit dem Lehrmeister und dem Konzept Yoga) und ein männlicher Yoga-Vorbeter begleiten mich nunmehr durch meine Yoga-Erlebnisreise.

Mein eigentliches Ziel ist natürlich, Power Yoga zu machen. Bereits in der ersten Übungsstunde, in der viel “nachgespürt” und am Ende ziemlich lange entspannt wurde (nebenbei bemerkt ganz schön gefährlich, denn am Freitag Abend, nach einem langen Tag einfach liegen und entspannen führt bei mir recht schnell zum Switch in den Nachtschlaf-Modus) konnte ich merken, dass ich wohl erst ein paar Stunden “normales” Yoga machen sollte. Es ist Wahnsinn, wie man seinen Körper verdrehen und knicken kann.

Es wird ein hartes Stück Arbeit, meine morschen Knochen und Gelenke so weit zu bringen, dass ich Posen wie den einfach scheinenden Hund ordentlich darstellen kann. Bis dato kann ich mich vor allem mit dem Berg recht gut identifizieren. Ich bin gespannt auf die nächste Woche.

Author image
Blogging since 2003 about life, tech, yoga. Passionate about the details and eager to know more. Systems theory meets empathy.
Bochum. Germany.
top