FreeNAS #6 - iSCSI

iSCSI erlaubt die Nutzung des SCSI-Protokolls via TCP. FreeNAS bietet eine eingebaute Unterstützung hierfür, jedoch gibt es ein paar prinzipielle Einschränkungen.

Als Target bezeichnet man die Serverseite, der Initiator ist der Client.
iSCSI stellt im Netz entweder ein Device (also eine Festplatte) oder eine Datei bereit, die vom Client als Laufwerk betrachtet werden. Die Partition einer Platte kann nicht als iSCSI Target verwendet werden. Die gleichzeitige Verwendung eines iSCSI Targets durch mehrere Clients ist nicht vorgesehen, bzw. wird durch Dateisysteme wie NTFS oder HFS gar nicht unterstützt.

Zur Nutzung einer kompletten Platte muss lediglich die entsprechende Platte (z.B. ad2) ausgewählt werden. Allerdings kann dann die Platte auch nicht teilweise für andere Zwecke genutzt werden.

Trotz etwas schlechterer Performance empfiehlt sich in diesem Fall die Verwendung einer Datei als iSCSI-Container. Eine 200GB große Datei lässt sich mit dem Befehl dd einfach und schnell erzeugen:

# dd if=/dev/zero of=templun3 count=0 obs=1 seek=200G

Zunächst wird ein neuer Extent angelegt:

Dann folgt das sogenannte Portal:

Der Initiator gibt an, aus welchem Netzwerk heraus das Target genutzt werden kann:

Zur Authentifizierung wird ein einfacher Benutzer angelegt.

Als letztes folgt das eigentliche Target:

In den Settings ist vor allem der Base Name relevant, alles andere kann bei den Standardeinstellungen belassen werden.

Extent und Target sollen bei richtiger Konfiguration in etwa so aussehen:

Um iSCIS unter Mac OS X nutzen zu können, reichen die Bordmittel leider nicht aus. Dafür gibt es ein kostenloses Hilfsprogramm namens globalSAN. Die Systemerweiterung funktioniert auch unter Mac OS X 10.6.4 einwandfrei:

Beim Hinzufügen eines Portals wird das Target automatisch angezeigt. Es kann ausgewählt und die Verbindung hergestellt werden:

Da die Datei auf dem FreeNAS, welche die Grundlage des iSCSI-Laufwerks bildet, noch kein Dateisystem enthält, muss dieses nun zunächst initialisiert werden:

Im Festplattendienstprogramm wird das iSCSI-Target als eigenes Laufwerk dargestellt und kann beispielsweise mit HFS+ (Journaled) initialisiert werden:

Sobald die Formatierung erfolgt ist, fügt sich das Laufwerk in die Liste der verfügbaren angeschlossenen Geräte am Mac ein.

Die Performance von iSCSI war überraschend gut, auch über WLAN, wo Werte bis zu 8,8 Megabyte pro Sekunde erzielt wurden:

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