Europa dehnt sich aus

Gestern Abend lief der Eurovision Song Contest oder auch Grand Prix. Mit einem halben Ohr habe ich das Spektakel mitgehört und hatte irgendwie das Gefühl, dass bei den No Angels ein Engel etwas aus der Reihe tanzte und schiefer sang als die anderen. Somit verwundert es mich nicht, wenn wir nur den letzten Platz erreicht haben.

Als ich 1997 Abitur gemacht habe, war einer meiner Leistungskurse Erdkunde. Zwar hat das nicht notwendigerweise etwas mit Geographie zu tun, aber ich bilde mir ein, dass Länder wie Aserbaidschan nicht zu Europa gehören. Wikipedia belehrt allerdings eines Besseren. Geographisch unbestritten nicht Europa, dürfen sie dennoch kulturell und sportlich beim Nachbarkontinent mitspielen. Ebenso wie Armenien, Georgien, Israel und Zypern. Vielleicht können wir diese Staaten in absehbarer Zeit überzeugen, bei der EU mitzumachen?

Meinetwegen sollen auch die Nord- und Südamerikaner beim Eurovision Song Contest mitmachen. Nennen wir ihn wieder Grand Prix und alle dürfen sich qualifizieren. Man könnte dann argumentieren, dass es sich um ein Lied für Europäer handeln sollte, also etwas, was dem geneigten Hörerpublikum des europäischen Kontinents gefällt. Nur, wer stimmt dann ab?

Überhaupt nicht nachzuvollziehen ist für mich gewesen, wie Andorra und San Marino mit geschätzten sechs bzw. drei Anrufern für einen Siegertitel überhaupt in der Lage waren, die verschiedenen Punktabstufungen zuzuordnen. Vermutlich braucht man dazu eine halbe Flasche Sekt intus, um die dahinterstehende Logik zu erkennen. Ich weiß schon, weshalb ich diese Veranstaltung nicht aktiv verfolge.

Author image
Blogging since 2003 about life, tech, yoga. Passionate about the details and eager to know more. Systems theory meets empathy.
Bochum. Germany.
top