Fr
Aug
21
2009
Die Geschichte vom Ende der Geschäftsbeziehungen mit Unitymedia oder tcfkaish
Das Ende meiner Beziehung zu Unitymedia (the company formerly known as ish, kurz – tcfkaish) ist seit letztem Freitag eigentlich gekommen. In dieser Woche habe ich dann noch einmal Post bekommen, die ich zuerst als Rechnung abtun wollte. Allerdings bekomme ich regelmäßig eine Online-Rechnung in irgendeinen toten Briefkasten auf der Webseite von tcfkaish, also war die Annahme, eine Rechnung erhalten zu haben, sicherlich falsch, auch wenn der Hauptteil so ähnlich aussah (ganzer Brief nach Klick):
Bei genauerem Hinsehen steht als Betreff “Ihre Gutschrift” und im Fließtext der Hinweis:
Bitte setzen Sie sich mit Ihrem Kunden-Service unter der oben genannten Telefonnummer in Verbindung, wenn Sie Ihr Guthaben ausgezahlt haben möchten, damit wir die Bankverbindung mit Ihnen abstimmen können.
Nennt mich überempfindlich, aber das hat für mich einen faden Beigeschmack. Kurz gesagt, ich kündige meinen Vertrag mit einer Firma, so dass ich keine Dienstleistungen welcher Art auch immer mehr beziehe. Diese Firma teilt mir mit, falls ich – was aus ihrer Sicht nicht 100%ig sicher zu sein scheint, da ich es erst explizit anfordern muss – mein Guthaben gerne zurückhaben und nicht als Spende ohne Quittung der tcfkaish überlassen möchte, ich mich mit dem kostenpflichtigen Service in Verbindung setzen muss. Die kostenlose 0800-Nummer gilt leider nur für Kunden(-anschlüsse) und dieser ist seit dem Datum des Schreibens inaktiv.
Ich freue mich über das 0180-Telefonbuch und rufe den Kundenservice an. Dort werden meine Daten überprüft und die Frage gestellt, ob das Konto, welches seit 2006 (!) genutzt wird, noch aktuell sei. Natürlich! Beim Kundenservice stelle ich dann die aus meiner Sicht berechtigte Gegenfrage, weshalb man prüfen will, ob meine Kontoverbindung noch aktuell sei, immerhin wurde erst im letzten Monat hier erfolgreich abgebucht. Die Antwort ist wenig überzeugend. Manche Kunden wünschen wohl eine Überweisung auf andere Konten bzw. man wolle sich versichern, dass die Überweisung der Gutschrift auch tatsächlich funktioniert.
Sicherlich kann tcfkaish diese Vorgehensweise anwenden. Aus Kundensicht halte ich sie jedoch für höchst fragwürdig, da enorme Aufwände auf beiden Seiten fällig werden. Verschwörungstheoretiker könnten denken, dass diese Aufwände sich womöglich dadurch finanzieren, dass manch ein ehemaliger Kunde die Gutschrift anzufordern vergisst und sich einfach freut, endlich aus dem Vertrag entkommen zu sein. Bislang waren wir aber zum Glück von solchen Schauergeschichten verschont und die Art und Weise der Gutschrift bestätigt mir wieder einmal1, dass die Kündigung der richtige Schritt war.
1 Besonders frech fand ich den telefonischen Hinweis bei meiner Kündigung, dass ich ja für fünf Euro weniger mehr Leistung haben könne. Vor der Kündigung hat mich hierauf niemand hingewiesen, obwohl es sich um ein regulären Angebot handelte und tcfkaish regelmäßig Werbepost an uns verschickt hatte.

Mein Gott – man kann sich ja auch über alles anpissen. Aus meiner Sicht ist das Verhalten doch nachvollziehbar. Und außerdem hätte eine kurze Mail statt des Anrufes auch genügt. Viel Spaß bei den anderen Anbietern kann ich nur wünschen – bei denen geht ja alles immer ohne Probleme… :)
— Kolli · Aug 21, 13:15 · #
@Kolli: Mit “anpissen” hat das eher wenig zu tun. Vielmehr mit einer guten Portion Sensibilität für die durchaus fragwürdigen Serviceprozesse in (Deutschen) Großunternehmen.
Wieviele 30 Euro Gutschriften wird Unitymedia wohl ehemaligen Kunden schulden, die nicht oder noch nicht angerufen haben? Hier kann man durch einen kompliziert gestrickten Prozess sicherlich Geld sparen.
Gute Unternehmen schicken einen Scheck. Oder überweisen unaufgefordert zu viel eingenommenes Geld auf die seit Jahren im Lastschriftverfahren genutzte Bankverbindung.
Ich stimme Stephan in jeder Hinsicht zu: Derlei Geschäftsgebahren gehört mit Kündigung abgestraft.
Ein wirklich positives Beispiel ist mein Web Hosting Provider, die domainFACTORY. Dort läuft nicht nur seit Jahren alles hervorragend, inklusive kostenfreiem 24h Support, der wirklich kompetent ist, sondern man hat vor Kurzem auch die Online-Kündigung eingeführt!
Während bei vielen Hosting Providern (allen voran 1&1) das Abschließen eines Vertrages online über großflächtige Web 2.0 Buttons in wenigen Minuten möglich ist, muss man nach dem Kündigungsforumlar häufig ewig suchen. Vielerorts gibt es das nur auf Anforderung und mit Medienbrüchen (Fax etc.) wird der schnelle Weg zum Vertragsende zunehmend verbaut.
Bei domainFACTORY kann man Domains genauso einfach online kündigen, wie man sie bestellen kann. Guthaben wird innerhalb von 7 Tagen überwiesen. Anstandslos und ohne Nachhaken.
— Ralf · Okt 1, 12:59 · #
Wenn ich nicht 100%ig sicher wäre, dass du nicht für df arbeitest, Ralf, könnte ich meine Zweifel kriegen :-)
Kündigungen bei 1und1 sind tatsächlich nicht so einfach (“Drucken Sie bitte dieses auf Papier und schicken uns!”), aber hoffentlich klappt das Abbestellen innerhalb der Testphase (einmonatige Testphase für Exchange, das ich derzeit probiere) ohne Fax.
— Stephan · Okt 1, 15:35 · #